Kreditkarten sind eine wirklich sinnvolle Erfindung. Wir kennen diese kleinen praktischen Plastikkarten seit dem Jahre 1958 in der bis heute gültigen Form.

Erstmalig entstanden ist der Begriff der Kreditkarte jedoch bereits 1887, als der Romanschriftsteller E. Bellamy die Idee einer Kreditkarte schuf, die seinerzeit noch aus Pappe bestand. Mit jeder Nutzung wurde ein Stück abgetrennt. In den 1950er Jahren wurden Kreditkarten dann von der Finanzwelt als bargeldloses Zahlungsmittel mit flexibler Rückzahlungsmöglichkeit etabliert. Zunächst innerhalb eines elitären Clubs von Vermögenden bei ausgewählten Restaurants anerkannt, avancierte die Kreditkarte schnell zu einem scheinbar unkomplizierten Zahlungsmittel für jedermann. Mittlerweile besitzen über 30 Prozent aller Deutschen eine oder mehrere Kreditkarten, mit steigender Tendenz.

„Behalten Sie Ihre Ausgaben im Blick!“, möchte man vielen Kreditkarteninhabern zurufen, denn der leichtfertige Umgang mit den echten Kreditkarten hat schon viele Menschen in die Schuldenfalle getrieben.

So wird die Kreditkarte nicht zur Schuldenfalle – Basiswissen aneignen

Nach wie vor teilen sich vier große Anbieter den Markt:

Mastercard
VISA
– Diners
American Express

China und Japan haben eigene Kreditkartengesellschaften gegründet, die aber global, und vor allem in Deutschland, nicht ins Gewicht fallen.

Herausgegeben werden die Kreditkarten von Mastercard und VISA über die Kreditinstitute, auch wenn viele große Handelsunternehmen oder Dienstleister mit eigenen Kreditkarten werben. Die Kreditkarten des Online-Riesen Amazon von VISA gibt zum Beispiel die Berliner Landesbank heraus. Die Herausgabe der American Express oder der Diners Club Karten erfolgen direkt über die jeweiligen Kreditkartengesellschaften.

Akzeptieren sollte jeder Kreditkartennutzer, dass ein sogenannter Belastungsbeleg des Karteninhabers, also der bargeldose Einkauf oder auch die Online-Geldtransaktion, rechtlich einem Schuldversprechen gleichkommt: Nur so wird die Kreditkarte nicht zur Schuldenfalle. Mit einer Kreditkarte können Sie heute in nahezu allen Geschäften, Unternehmen, Restaurants, Hotels, Fluggesellschaften sowie online bezahlen. VISA und Mastercard sind sehr stark präsent und genießen eine hohe Akzeptanz. Sie können mit einer Kreditkarte Waren einkaufen und Dienstleistungen in Anspruch nehmen, für die Sie, aufgrund Ihrer Kreditwürdigkeit erst später bezahlen müssen. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Kreditkarten ausgebenden Unternehmen. Diese Karten werden Co-Branding Kreditkarten, Travel- oder Entertainmentkreditkarten genannt. Diese Co-Branding-Karten bieten verschiedene Extras wie Boni, Treuepunktsysteme, Versicherungsleistungen oder Rabatte auf Waren und Dienstleistungen.

Generell werden drei verschiedene Arten von Kreditkarten unterschieden:

Debit Card:
Hierbei handelt es sich um die gewöhnliche Girokarte, mit der Sie bargeldlos einkaufen können und die Ihnen bei entsprechender Bonität einen kurzfristigen Kredit gewährt. Die damit getätigten Umsätze werden umgehend von Ihrem Konto abgebucht: So behalten Sie stets den Überblick, weil keine Zahlungen gesammelt und erst nach Wochen abgebucht werden.

Charge Card:
Hier werden alle Umsätze summiert und dem Karteninhaber einmal pro Monat in Rechnung gestellt. Es handelt sich dabei um die gängigste Art der echten Kreditkarte. Unterschieden wird zwischen der reinen Charge-Card und der daily-charge card, die eine Kombinaton aus Charge-Card und einer gewöhnlichen Girokarte ist.

Credit Card:
Hierbei handelt es sich eine Kreditkarte mit einem sogenannten revolvierenden Kredit. Das heißt, das auf der Kreditkarte eingeräumte Kreditlimit kann in flexiblen Raten oder Sondertilgungen zurückgezahlt werden. Unabhängig von der Tilgung des Kredites kann die Karte außerdem jederzeit neu belastet werden, insofern Rückzahlungen erfolgen.

Der richtige Umgang mit Kreditkarten will gelernt sein, um eine Schuldenfalle zu vermeiden

Kreditkarten sind in vielen Lebenslagen, ob im Ausland, auf Montage, im Urlaub oder bei unvorhergesehenen Notfällen äußerst hilfreich und praktisch. Der richtige Umgang will jedoch gelernt sein. Insbesondere Jugendliche verschulden sich relativ häufig aufgrund einer vorhandenen Kreditkarte. Meistens liegt noch kein negativer Schufa-Eintrag (Schufa = Schutzgemeinschaft Allgemeine Kreditsicherung) vor, sodass junge Menschen ohne ausreichende Lebenserfahrung den Verlockungen nicht widerstehen können und sich nicht nur eine, sondern oft gleich mehrere Kreditkarten zulegen. Mit ihnen werden Anschaffungen getätigt; nicht zuletzt deshalb, um bei Freunden und Bekannten in puncto Statussymbole mithalten zu können. Der Überblick über die monatlichen Ausgaben geht dabei schnell verloren; die Schuldenfalle droht. Jungen, unerfahrenen Menschen fehlen Standfestigkeit und das Gefühl für Sparsamkeit, das bei älteren Generationen ausgeprägter ist.

Aber auch Geschäftsleute und Privatpersonen, die umfangreichen Tätigkeiten nachgehen, verlieren mitunter den Durchblick hinsichtlich ihrer per Kreditkarte getätigten Umsätze; vor allem dann,, wenn sie mehr als eine Kreditkarte besitzen. Da können schnell mal bevorstehende Abbuchungen vergessen oder mehrere Leistungen gleichzeitig in Anspruch genommen werden. Tragen Sie Ihre getätigten Umsätze zeitnah in eine Art Terminplaner ein. So vermeiden Sie, durch die Bezahlung via Kreditkarte in die Schuldenfalle zu tappen. Wussten Sie, dass Sie eventuelle teure Anschaffung oder Dienstleistung rechtzeitig stornieren können, bevor die Lastschrift dafür abgebucht wird?

Vorsicht vor versteckten Kosten

Kreditinstitute sind besonders daran interessiert, Kunden mit regelmäßigem Einkommen oder Vermögen lange an sich zu binden, so dass bei einer drohenden Verschuldung nicht sofort die ‚Notbremse‘ gezogen wird. So kommt es, dass viele insolvente Kunden ohne negativen Schufa-Eintrag durch das System rutschen und sich immer weiter verschulden. Die Bonität des Kunden wird von den Banken bei Erwerb einer Kreditkarte zwar geprüft, aber diese Art des Nachweises steht auf sehr wackeligen Beinen. Es steht Ihnen frei, sich beliebig viele Kreditkarten zu beschaffen; oft wird dann mit dem Erwerb der neuen Kreditkarte der bisherige Kredit auf der alten Karte abgelöst. Die Schuldenspirale schraubt sich dadurch immer mehr nach oben.

Sie fallen dennoch durch das sogenannte Scoring-System der Schufa, weil Ihnen noch keine Bank das Kreditkartenkonto gekündigt hat, obwohl Sie bereits hohe Schulden angehäuft haben, die Sie dann mühsam zurückzahlen müssen. Wird nämlich der großzügig offerierte Kredit nicht fristgerecht zurückgezahlt, fallen bis zu 20 Prozent Sollzinsen an, die, je nach Kreditsumme, zu einer stattlichen Summe anwachsen können. Aber auch die kostenlose Kreditkarte kann zur Schuldenfalle werden, wenn im Ausland hohe Gebühren zu zahlen sind oder die Partnerkarte kostenpflichtig ist. Vor allem der Verlust der Kreditkarte im Ausland kann mit hohen Kosten zu Buche schlagen. Kreditkarten mit Jahresgebühr offerieren teilweise wesentlich bessere Konditionen. Im Kreditkartenvergleich können Sie sich darüber jederzeit schnell und unverbindlich informieren.

Schuldenfalle verhindern: Rechtzeitig Kreditkartenkonto kündigen und umschulden

Eine Option, die Kreditkarte nicht zur Schuldenfalle werden zu lassen, ist eine Umschuldung in einen Ratenkredit. Ein Vergleich der Angebote hilft auch hier, Geld zu sparen, da die Zinsen für einen Ratenkredit deutlich unter den hohen Überziehungszinsen der Kreditkarte liegen. Wichtig ist jedoch, den Ratenkredit zur Umschuldung rechtzeitig zu beantragen, bevor ein negativer Schufa-Eintrag erfolgen kann.

Beste Alternative: Prepaid Karten – So vermeiden Sie die Schuldenfalle via Kreditkarte

Eine Alternative zu den klassischen Kreditkarten sind die Prepaid Kreditkarten. Im Grunde sind es keine echten Kreditkarten, sondern Guthabenkarten, die beliebig oft aufgeladen werden können und ein bequemes, bargeldloses Zahlungsmittel darstellen. Insbesondere für Jugendliche, für Online-Einkäufe, für Auslandsaufenthalte oder für Menschen, die den Überblick über ihre Finanzen nicht verlieren möchten, sind Prepaid Kreditkarten eine gute Alternative. Sie verfügen damit jederzeit über die vollständige Kostenkontrolle. Ihre Kreditkarte kann so nicht zur Schuldenfalle werden.