Kredit aufnehmen

Kredit aufnehmen: In 9 Schritten zum Wunschdarlehen

Die aktuelle Niedrigzinsphase ist ein Geschenk für Kreditnehmer. Infolge der Finanzkrise hat die Europäische Zentralbank unter Mario Draghi, den Leitzins drastisch gesenkt. Selten waren die Zinsen günstiger als in den letzten Jahren! Bevor Sie sich für einen Kredit entscheiden, gehen Sie die folgenden Punkte der Reihe nach durch.

1. Die Höhe des Darlehens

In vielen Fällen reicht die Kreditsumme nicht aus. Es ist eine teure Nachfinanzierung erforderlich. Rechnen Sie von Anfang an mit mehr Ausgaben. Ist weniger Geld erforderlich, können Sie den Kredit eventuell früher zurückzahlen. Natürlich sollten Sie auch Ihre Ersparnisse berücksichtigen. Je mehr Geld Sie in der Hinterhand haben, desto knapper können Sie kalkulieren.

2. Finanzielle Belastungsfähigkeit

Ein Kredit wird in monatlichen Raten zurückbezahlt. Diese sollten sie bedienen können, um eine Schuldenfalle zu vermeiden. Wie viel Geld steht Ihnen pro Monat zur Verfügung? Dabei darf ein Single großzügiger als der Familienvater sein. Wer zwei Kinder hat, kann nicht einfach die Wohnung zur Mietminderung wechseln.

Faustformel: Ungefähr drei Netto-Monatsgehälter müssen sich als Reserve auf Ihrem Tagesgeldkonto befinden.

Der Finanzierungsplan sollte eine längere Krankheit oder unerwartete Arbeitslosigkeit einschließen. Bei geringen Ratenkrediten ist keine so ausführliche Planung notwendig. Hier reicht es aus, die finanziellen Verhältnisse grob zu überschlagen. Haben Sie bereits mehrere Kredite mit teuren Konditionen, könnte eine Umschuldung von Vorteil sein.

3. Hausbank oder Onlinekredit?

In der Filiale werden höhere Preise verlangt. Die Bank muss Miete und Personal bezahlen, was im Internet entfällt. So können Direktbanken günstigere Zins-Konditionen anbieten, wovon Sie als Kunde profitieren. Einige von ihnen beraten Sie sogar telefonisch, um auch komplexe Kredit-Fragen zu lösen.

Tipp: Am Ende sprechen die günstigen Zinsen klar für den Onlinekredit.

Der einzige Vorteil einer Filialbank ist ein Ansprechpartner vor Ort, den Sie nach dem Abschluss nicht mehr benötigen. Moderne Online-Banken sind fast rund um die Uhr erreichbar, während Sie mit dem regionalen Berater einen Termin vereinbaren müssen.

4. Der effektive Jahreszins

Der Effektivzins gibt die Gesamtbelastung für den Kreditnehmer an. Daher ist diese Kennziffer für die Wahl des Darlehens entscheidend.

Manche Filialbanken versuchen in der Werbung mit niedrigen Angeboten zu locken, aber es ist Vorsicht geboten. Oftmals handelt es sich um einen Zinssatz, der nur Personen mit einem hohen Gehalt gewährt wird. Beim Antrag können sich Kriterien wie der Schufa-Score und die persönliche Bonität negativ auf den effektiven Jahreszins auswirken.

Der Effektivzins setzt sich aus diesen Faktoren zusammen:
– Bearbeitungsgebühren
– Disagio (Abgeld) und Agio (Aufgeld)
– Nominalzinssatz
– Prämien und Provisionen

Weitere Tipps zum Thema Zinsen bei der Kreditaufnahme finden Sie auch hier: https://www.kredite-vergleich.de/kredit-aufnehmen-guenstige-zinsen-sind-nicht-alles/

5. Dauer der Rückzahlung

Die Laufzeit eines Kredits bleibt Ihnen überlassen. Denken Sie über Ihre finanziellen Umstände nach: Dehnen Sie die Rückzahlung auf mehrere Jahre aus, hält sich die monatliche Belastung in Grenzen. Dafür fallen die Zinsen ein wenig höher aus, als wenn Sie sich für größere Monatsraten entscheiden.

Versuchen Sie bis zum Ruhestand alle Schulden zu tilgen. Orientieren Sie sich bei der Laufzeit von langfristigen Darlehen am voraussichtlichen Rentenbeginn.

6. Schlaue Zinsbindungsfrist

Es lohnt sich, über die Zinsbindungsfrist nachzudenken. Innerhalb dieser Zeitspanne ist der Zinssatz festgeschrieben. Das können 5, 10 oder 15 Jahre sein. Je nach Angebot sind auch kürzere oder individuelle Fristen möglich. In einer Phase mit niedrigen Zinsen ist eine möglichst lange Zinsbindungsfrist zu empfehlen. Steigen die Zinssätze nach ein paar Jahren an, profitieren Sie von Ihrem günstigen Darlehen. Aktuell fährt die EZB eine Politik der niedrigen Zinsen, doch das kann sich jederzeit ändern.

Sollten die Zinssätze nach 12 Jahren günstiger sein, gibt es einen simplen Ausweg: Der Gesetzgeber bietet Ihnen die Möglichkeit der Umschuldung. Nach 10 Jahren können Sie aus einem Kredit ohne Vorfälligkeitsentschädigung aussteigen. Da kann die Bank nichts dagegen machen, denn das ist geltendes deutsches Recht.

7. Zusätzliche Sondertilgungen

Längere Laufzeiten sollten mit Sondertilgungen verbunden sein. Das sind Zahlungen, welche die Kreditschuld jährlich um bis zu 5 Prozent senken. So können Sie das Darlehen schneller zurückzahlen, um keine Schulden mehr zu haben. Ob Sie diese Option nutzen, ist ganz allein Ihre Entscheidung. Stehen andere Ausgaben an, können Sie auf die Sondertilgung verzichten.

8. Bearbeitungsgebühren einsparen

Manche Banken berechnen bis zu 2 Prozent Gebühren auf Ratenkredite. Das muss nicht sein, denn es gibt auch gebührenfreie Angebote. Alternativ ist eine anteilige Erstattung bei vorzeitiger Ratenkreditablösung möglich.

9. Die besten Konditionen

Um das richtige Angebot zu erhalten, müssen Sie einen Kreditvergleich anstellen. Er hilft Ihnen dabei, die optimalen Konditionen zu finden. Wichtige Kennzahlen sind die Darlehenshöhe, der Rückzahlungsbeginn, die Laufzeiten und die Höhe der monatlichen Tilgungsrate. Verwenden Sie immer die gleichen Kennziffern für einen Kreditvergleich.

Tipp: Als Basis sollten Sie den Effektivzins wählen, da er alle Gebühren enthält. Einige Banken werben mit niedrigen Sollzinsen, doch hier können versteckte Nebenkosten enthalten sein.