Geld abheben im Ausland

Sie sind geschäftlich viel auf Reisen oder planen gerade Ihren nächsten Urlaub im Ausland?
Wer Geld sparen möchte, sollte sich frühzeitig um das Thema Geld abheben im Ausland Gedanken machen. Was Sie beachten sollten und welche Tipps hilfreich sind, möchten wir Ihnen in diesem Ratgeber vermitteln.
Achtung:
Im Ausland können Ihnen viele Probleme beim Geld abheben enstehen. Zum Beispiel ist Ihr Limit auf eine Summe x für 30 Tage beschränkt. Ihr tägliches Limit ist sehr gering. Es kann auch vorkommen, dass eine Abhebung erst bei Ihrem Kreditkartenausgeber freigschalten werden muss.
Übersicht:
Wie Sie hohe Gebühren beim Geld abheben im Ausland vermeiden
Im Urlaub, auf Geschäftsreise oder auch für junge Leute, die ein Jahr im Ausland verbringen wollen, stellt sich die Frage, wie viel Bargeld sie mitnehmen sollen. Wird überhaupt Bargeld benötigt oder reicht die Girocard der Hausbank aus? Oder ist die Mitnahme einer Kreditkarte erste Wahl, um im Ausland schnell und unkompliziert jederzeit über ausreichende finanzielle Mittel zu verfügen?
Größere Mengen Bargeld ist keine vernünftige Option. Bei Verlust ist das Geld weg und wird nicht ersetzt; zudem ist die Deviseneinfuhr von Land zu Land unterschiedlich geregelt. Die beste Möglichkeit ist immer noch der bargeldlose Zahlungsverkehr. Geld abheben im Ausland ist einfach und kostengünstig, wenn gewisse Regeln beachtet werden. Grundsätzlich haben Sie folgende Optionen, um im Ausland Geld abheben zu können:
Ec Karte
Kreditkarte
SparCard
Die EC-Karte kann selbstverständlich überall im europäischen Ausland und teilweise auch in Nicht-EU-Ländern genutzt werden. Werden gewisse Bedingungen eingehalten, funktioniert es weltweit. Grundsätzlich ist das Geld abheben im Ausland mit der EC-Karte innerhalb der Europäischen Währungsunion gebührenfrei, aber nicht alle Länder zählen zur einheitlichen Währungsunion.
Aber Vorsicht:
Meist werden hohe Gebühren fällig. Für jede Geldabhebung an einem Geldautomaten werden grundsätzlich 3,50 bis zu 10 Euro an Abhebungsgebühren fällig. Hinzu kommt ein Prozent Transaktionsentgelt. Zehn Prozent Gebühren berechnet vom Abhebungsbetrag kommen so schnell zusammen. Bei einer Abhebung von 100 Euro fallen also 10 Euro Gebühren an.
Außerdem kommen Provisionen für die Währungsumrechnung oder Gebühren für die Benutzung der Geldautomaten hinzu, da diese nicht den Banken, sondern privaten Betreibern gehören. Mit dem aufgedruckten Maestro- oder Cirruszeichen sind Sie auf der sicheren Seite. Kunden der Commerzbank können Dank der Anbindung an die Cashgroup selbst in Italien und Spanien kostenlos an den Geldautomaten der Deutschen Bank Geld abheben.
Die Alternative
Sind Kreditkarten. Über das umfangreiche Angebot der verschiedenen Reise-Kreditkarten sollten Sie sich frühzeitig unverbindlich und kostenfrei online informieren. Eine gute Wahl wäre auch die SparCard (etwa von der Postbank oder der Deutsche Kredit Bank). Hier können bis zu 10 Abbuchungen und bis zu 2.000 Euro monatlich im Ausland kostenfrei abgebucht werden. Kostenlos angeboten werden diese Abbuchungen jedoch von der Bank. Inwiefern der Geldautomatenbetreiber Gebühren verlangt oder ob eine Währungsumrechnungsprovision anfällt, muss Ihnen bei der Abhebung am Automaten angezeigt werden. Achten Sie darauf!
Vorsicht bei Geldabhebung im Ausland: Umrechnung in Euro
Außerhalb der Eurozone kann das Abheben von Geld im Ausland für Sie unter Umständen teuer werden, wenn Sie am Geldautomaten, egal ob mit Giro- oder Kreditkarte, den Betrag nicht in der jeweiligen Landeswährung, sondern in Euro abheben möchten. Tester ermittelten 2014 in neun Ländern außerhalb der Europäischen Union überhöhte Gebühren an den Geldautomaten, die den Kunden nicht sofort sichtbar und verständlich werden.
Umrechnungskurs beachten:
So versuchen die Geldautomatenbetreiber den EC- oder Kreditkartennutzern die teurere Variante des „Garantierten Wechselkurses“ schmackhaft zu machen. Diese „sofortige Umrechnung in Euro“, auch als DCC („Dynamic Currency Conversion“) bezeichnet, ist aber wesentlich teurer, als wenn Sie sich das Geld in der Landeswährung ohne sofortige Umrechnung in Euro auszahlen lassen.
Der Geldautomatenbetreiber rechnet den ausgezahlten Betrag sofort zu einem für Sie wesentlich ungünstigeren Wechselkurs um als Ihre Hausbank. Außerdem werden für die Dienstleistung noch Gebühren fällig, die Ihre Hausbank in der Regel nicht erhebt. Lassen Sie sich indes das Geld in der Landeswährung auszahlen, wird die Umrechnung für Sie von Ihrer Hausbank zur jeweils gültigen Währungsumrechnung und ohne zusätzliche Gebühren vorgenommen.
Wählen Sie deshalb die Variante „kein garantierter Wechselkurs“, um vor unnötigen Gebühren geschützt zu sein. Wer schnell einen Überblick über den aktuellen Währungskurs haben möchte, dem sei auf Reisen die Gratis-App „Reise und Geld“ vom „Bundesverband deutscher Banken“ empfohlen, die sofort 160 Währungen umrechnet und Sie damit vor Übervorteilung schützt. Am dreistesten erlebten die Tester eine derartige Abzocke der Geldautomatenbetreiber in Polen, Tschechien und Großbritannien. In diesen Ländern wurden teilweise bis zu zehn Prozent Aufschlag vom Abhebungsbetrag fällig.
Info:
Die meisten Banken geben Prepaid-Kreditkarten ab 14 oder 16 Jahren aus.
Kreditkarten – Eine Alternative zum Geld abheben im Ausland
Wohl dem, der über ausreichend Bonität verfügt, um eine klassische Kreditkarte zum Geld abheben im Ausland nutzen zu können. Spezielle Angebote an Reise-Kreditkarten mit Bonus- und Rabattsystemen, oftmals auch einschließlich Versicherungen, machen Sie weitestgehend unabhängig von Geldautomaten, weil die Zahlung mit Kreditkarten fast überall akzeptiert wird.
Achtung in Outlets-Stores:
Auch hier ist Vorsicht geboten. In Outlet-Stores der USA werden bei der Bezahlung mit der Kreditkarte gerne Beträge 1 : 1 von Dollar in Euro um, wie Tester in Erfahrung brachten.
Abgesehen davon werden für den Einsatz der Kredikarte mitunter bis zu fünf Euro Gebühren fällig, wenn die Kreditkarte und nicht die EC-Karte am Geldautomaten eingesetzt wird. Es wird auch ein sogenanntes Auslandseinsatzentgelt wie beim Einsatz der EC-Karte berechnet. Sie wird in EU-Ländern erhoben, die nicht der Währungsunion beigetreten sind und schlägt mit einem bis zwei Prozent des Abhebungsbetrages zu Buche.
Beste Kreditkarte
Als eine der besten Kreditkarten hat sich die VISA-Kreditkarte der DKB (Deutsche Kreditbank AG) herausgestellt, wenn Sie auf Reisen sind und im Ausland Bargeld benötigen. Aber auch die Kreditkarte der comdirekt wird gut bewertet und hat sich ebenfalls im Ausland bewährt. Für viele ist es der beliebte Mix aus Debit- und Prepaidkarten, mit denen bequem Geld im Ausland abgehoben werden kann. Ein Vergleich einzelner Kreditkartenangebote lohnt sich immer und sollte vor der Reise mit einem Vergleichsrechner vorgenommen werden.

